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Blitz, Physik und grünes Glas: Die Geschichte hinter der Rolex Milgauss ⚡️

2. Juli 2026

Wenn man an Rolex denkt, denkt man wahrscheinlich an die elegante Day-Date oder die legendäre Submariner. Aber es gibt ein Modell, das immer ein wenig aus der Reihe getanzt ist und unter dem Radar geblieben ist: die Milgauss. Obwohl Rolex die Produktion vor kurzem endgültig eingestellt hat, bleibt diese Uhr einer der faszinierendsten Kultklassiker der Marke.

IM LABOR GEBOREN

In den 1950er Jahren brachte der Aufkommen hochmoderner Laborgeräte ein neues Problem mit sich: starke Magnetfelder, die die Genauigkeit mechanischer Uhren vollständig beeinträchtigten. Der genaue Ursprung der Milgauss ist von einem Hauch von Geheimnis umgeben. Einer bekannten Anekdote zufolge entwarf Rolex die Uhr auf Wunsch von Wissenschaftlern des CERN in Genf. Auch wenn es dafür keine eindeutigen Beweise gibt, ist diese Geschichte keineswegs unmöglich. Schließlich entwarf Rolex damals häufiger Uhren für bestimmte Organisationen, wie beispielsweise die GMT-Master für Pan Am und die Sea-Dweller für COMEX.

Die Geschichte der Milgauss beginnt im Jahr 1954 mit der seltenen Referenz 6543. Dieses Modell wurde tatsächlich am CERN getestet. Es handelte sich jedoch eher um einen Prototyp: Schätzungen zufolge wurden nur 150 Exemplare davon hergestellt. Rolex stellte fest, dass die Uhr Magnetfeldern von bis zu 1.000 Gauss standhalten konnte. Der Name ist daher ein direkter Verweis auf diese enorme Stärke: „mille“ (französisch für „tausend“) und „Gauss“ (die Maßeinheit für Magnetismus). 

Die Ref. 6543 wurde nur zwei Jahre lang hergestellt und 1956 durch die Ref. 6541 ersetzt. Die Einführung der Ref. 6541 markierte zugleich den offiziellen Start der Milgauss-Kollektion. Kommerziell gesehen war die Milgauss damals jedoch ein Flop. Das Modell hatte vor allem das Pech, zeitgleich mit Ikonen wie der Submariner, der Explorer, der GMT-Master und der Day-Date auf den Markt zu kommen. 

REFERENZ 1019

Als eine Art letzter Versuch, das Modell zu retten, brachte Rolex 1960 die Referenz 1019 auf den Markt. Die Uhr erfuhr eine Metamorphose: Der ikonische Blitz-Sekundenzeiger und die drehbare Lünette verschwanden. Stattdessen erhielt die Uhr eine schlichte, glatte Lünette, ein minimalistisches 38-mm-Oyster-Gehäuse aus Edelstahl und einen geraden Sekundenzeiger mit einer dezenten roten Pfeilspitze.

Unter der „Motorhaube“ befand sich das zuverlässige Rolex-Kaliber 1580. Dank des innenliegenden Käfigs aus Weicheisen war der antimagnetische Schutz gewährleistet. Die Referenz 1019 blieb ganze 28 Jahre lang unverändert in Produktion, bis Rolex 1988 die Produktion der Milgauss-Linie für lange Zeit vollständig einstellte. Viele Sammler dachten damals, dies bedeute das endgültige Ende.

DIE RÜCKKEHR

Nichts war weiter von der Wahrheit entfernt. Im Jahr 2007, fast zwanzig Jahre später, brachte Rolex zur Überraschung aller die Milgauss mit der Referenznummer 116400 wieder auf den Markt. Dieses Modell erschien in drei Varianten und war vollständig aus dem hochwertigen Oystersteel (904L-Stahl) gefertigt.

Die neue Generation zeichnete sich durch eine Reihe einzigartiger Merkmale aus. Der leuchtend orangefarbene Blitzzeiger kehrte als Hommage an das Original zurück. Zudem führte Rolex ein einzigartiges grünes Saphirglas (die GV-Modelle) ein, das dem Zifferblatt einen auffälligen Look verlieh. Später kam das begehrte „Z-Blue“-Zifferblatt hinzu: eine verspielte und gewagte Kombination aus elektrischem Blau und grünem Glas.

DAS ENDE ODER EIN NEUER ANFANG?

Die 116400-Serie wurde 2023 offiziell eingestellt. Da das Modell in den letzten Jahren immer wieder Gegenstand von Gerüchten über ein Hightech-Upgrade zum 70-jährigen Jubiläum war, ist die Milgauss auf dem Sekundärmarkt beliebter denn je. 

Die Rolex Milgauss ist eine Uhr mit einer gehörigen Portion Eigenwilligkeit und einer einzigartigen Geschichte, die tief in der Teilchenphysik verwurzelt ist. Bist du bereit für diesen ultimativen Individualisten?

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